Wirtschaftlichkeitsrechner für E-Lkw im Vergleich: Welche Tools eignen sich für Österreich?
Die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugflotten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Für viele Unternehmen stellt sich dabei die Frage, ob ein batterieelektrischer Lkw unter den eigenen Einsatzbedingungen bereits wirtschaftlich betrieben werden kann. Eine erste Orientierung bieten Online-Wirtschaftlichkeitsrechner, die Investitions-, Energie- und Betriebskosten unterschiedlicher Antriebstechnologien gegenüberstellen.
Im Rahmen einer Recherche für STELE wurden verschiedene deutschsprachige Rechner betrachtet und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit für österreichische Rahmenbedingungen bewertet. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede hinsichtlich Detailtiefe, Transparenz und Anpassbarkeit der zugrunde liegenden Annahmen.
Der Rechner, die besonders gut im Österreichischen Umfeld funktionieren
Fleet Flamingo Fraunhofer Austria
Fleet lamingo richtet sich vor allem an Unternehmen, die eine erste Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit von E-Lkw erhalten möchten. Der Rechner benötigt nur wenige Eingaben, darunter Jahresfahrleistung, Depotanteil und Autobahnanteil. Als Ergebnis werden das Wirtschaftlichkeitspotenzial sowie die jährlichen Mehr- oder Minderkosten eines elektrischen Fahrzeugs ausgegeben.
Vorteile:
- Sehr einfacher und schneller Einstieg
- Österreichspezifische Auslegung
- Geringer Dateneingabeaufwand
Nachteile:
- Begrenzte Transparenz der zugrunde liegenden Annahmen
- Weniger Anpassungsmöglichkeiten als bei detaillierten TCO-Modellen
TCO-Rechner für schwere Lkw Hiperform
Hiperform ermöglicht einen umfassenden TCO-Vergleich zwischen Diesel-, Batterie- und Wasserstoff-Lkw. Nutzer können zahlreiche Parameter wie Anschaffungskosten, Energiepreise, Verbräuche, Restwerte, Wartungskosten oder Mautsätze individuell anpassen. Zudem lassen sich zukünftige Entwicklungen über mehrere Jahre abbilden.
Vorteile:
- Hohe Transparenz und Anpassbarkeit
- Vergleich von Diesel, Batterie und Wasserstoff
- Betrachtungszeiträume von bis zu 15 Jahren
- Detaillierte grafische Auswertungen
Nachteile:
- Ladeinfrastruktur wird nicht berücksichtigt
- Depot- und öffentliches Laden können nicht getrennt betrachtet werden.
- Autobahnanteil kann nicht direkt angegeben werden, sondern muss über die Mautkosten je km berücksichtigt werden.
TCO-Rechner Österreich Truckoo
Der österreichische Truckoo-Rechner fokussiert sich auf batterieelektrische Lkw und integriert zusätzlich die Wirtschaftlichkeit von Ladeinfrastruktur. Neben Fahrleistung, Haltedauer und Energiepreisen können auch Ladeanteile, Mautkosten und Infrastrukturinvestitionen berücksichtigt werden.
Vorteile:
- Berücksichtigung von Depot- und öffentlichem Laden
- Integration von Ladeinfrastrukturkosten
- Förderungen können berücksichtigt werden
- Viele Parameter individuell anpassbar
Nachteile:
- Fokus liegt auf batterieelektrischen Fahrzeugen
- Wasserstoff nur eingeschränkt vergleichbarWeniger detaillierte Auswertungen als bei spezialisierten TCO-Modellen
Fazit
Einen Wirtschaftlichkeitsrechner für alle Anwendungsfälle gibt es nicht. Je nach Zielsetzung, Datenverfügbarkeit und gewünschter Detailtiefe eignen sich unterschiedliche Tools. Für belastbare Ergebnisse empfiehlt sich daher der Vergleich mehrerer Rechner.
| Kriterium |
Fleet Flamingo |
Hiperform |
Truckoo |
| Einfache Bedienung |
++ |
o |
+ |
| Österreich-Bezug |
++ |
+ |
++ |
| Anpassbare Eingaben |
− |
++ |
+ |
| Transparenz |
− |
++ |
+ |
| Diesel/BEV-Vergleich |
+ |
++ |
++ |
| Wasserstoff |
−− |
++ |
o |
| Ladeinfrastruktur |
−− |
−− |
++ |